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Hin- und Herwogendes 5:3 bei sehr freundlichen Schachelschweinen

Im Duell der zweiten Mannschaften der Barmbeker Vereine BSK und Schachelschweine ging es wie gewohnt sehr freundlich und lustig zu – und diesmal auch noch sehr spannend und ein bisschen absurd.

Zunächst beschwerten sich die Schachelschweine über unsere Verstärkungen. Die haben wir ja der Tatsache zu verdanken, dass nicht alle besonders guten Barmbeker immer sonntags spielen wollen. Die Beschwerde wussten wir mit einem Protest gegen die (schachel-)schweinische Mannschaftsaufstellung zu kontern. Nicht nur, dass die Postkarte verdächtig inoffiziell aussah und eventuelle Schummelabsichten nahelegte, als Name war auch noch Schachelschweine 1 (!) notiert. Eine unzulässige Wettbewerbsverzerrung, weil wir ja auch nicht mit unserer Landesligamannschaft angereist waren. Immerhin waren alle eingetragenen Namen und Nummern korrekt und gehörten wirklich zur 2. Mannschaft. Wir kamen den Beschwerdeführern gegen unsere Verstärkungen entgegen, indem Matthias nach einer Stunde vergeblichen Suchens des Spiellokals die Suche ergebnislos aufgab und wir somit gleich mit einem Punkt hinten lagen. Das ist die erste kampflose Niederlage bei Barmbek 2 seit gefühlt 10 Jahren – und umso ärgerlicher als sie in der Nachbarschaft zustande kam. Ich bin aber auch fast verzweifelt bei meinem ersten Versuch nach deren Umzug das neue Spiellokal der Schachelschweine zu finden, als die 1. Mannschaft bei einem Auswärtskampf an eben dieser Stelle um den Aufstieg kämpfte. Ich hätte wohl allen eine gute Wegbeschriebung mit auf dne Weg geben sollen. Schon das zweite kapitänliche Versagen in dieser Saison, nachdem ich beinahe den Saisonauftakt am Millerntor verpasst hätte und erst in der Woche drauf zum Heimspiel im Barmbek Basch erscheinen wollte. Zudem bemühte sich Axel auch noch die Gegner ordentlich anzuschieben. Im Kampf um den schnellsten Figurenverlust legte er eine in der Saison hoffentlich nicht mehr zu überbietende Vorgabe hin. Im 6. Zug patzte er furchtbar, so dass er im 14. Zug quasi forciert eine Figur weniger hatte – immerhin eine ziemlich lange beinahe erzwungene Zugfolge. Aber Sönke war noch schneller fertig – mit einem sehr überzeugenden Großmeisterremis  (gefühlten 7 Zügen; +/- 2) in einer der langweiligsten Eröffnungen der Welt – einem Abtauschfanzosen, dessen Unterhaltungswert vielleicht nur noch mit mancher Symmetrievariante des Englischen unterboten werden kann. Und selbst das ist zweifelhaft. Steffen stand früh einen Hauch besser, stellte alle Figuren besser, konnte im Zentrum durchbrechen und gewann dabei schnell Qualität und Bauern. Das spielte er mal wieder souverän nach Hause. Vielleicht sollte er einfach selbst beim unwahrscheinlichen Fall eines Abstiegs der 1. einfach bei uns bleiben und an der längsten Siegesserie bei Barmbek 2 arbeiten statt an der längsten Remisserie bei Barmbek 1 – auch wenn die gegen richtig gute Gegner ebenfalls sehr beeindruckend war. Julian, der ja auch schon in den letzten zwei Jahren wieder zu alter Form zurückgefunden hat, spielte sehr druckvoll am Königsflügel, schnürte den Gegner ein und konnte tatsächlich nach etwas über 20 Zügen schon Matt setzen. Eine wirklich sehr schöne Partie, mit der wir wieder im Spiel waren. Ich hatte exakt dieselbe Superstellung in der Eröffnung wie in der letzten Runde. Mein Gegner spielte etwas aktiver als der vom letzten Mal, und schon wurde für meinen König eng, weil ich mich allzusehr über die schwache gegnerische Bauernstruktur am Damenflügel freute, ohne etwas Konkretes zu unternehmen. Anschieeßend verteidigte ich mich gewagt und immer am Abgrund entlang – aber auch immer wieder mit Drohungen im Konter Figuren zu gewinnen. Schließlich konnte ich gegen Steffens Chef durch Damentausch in ein trotz Minusbauern vorteilhaftes Turmendspiel mit besserer Struktur, aktiverem Turm und König sowie bald einem Freibauernpaar abwickeln. Der Gegner half bestimmt mit, dass ich das so leicht gewinnen konnte und dass endlich einmal die Regel, alle Turmendspiele sind remis, nur die eigenen sind verloren, nicht zutraf. Weil Günter als erster eingesetzter Ersatzmann der Saison in einer gut gespielten Partie, die nie die Remisbreite verließ, in einem völlig ausgeglichenen Doppelturmendspiel schließlich einen verdienten halben Punkt machte, war mit meinem Sieg der erste Mannschaftspunkt schon gesichert. Flo stand erst super, hatte eine Figur für einen Bauern gewonnen. Die Figur hatte sich allerdings verlaufen. Er kriegte einen Bauern für sie zurück und stand immer noch ziemlich gut: ordentliche Figuren und die gegnerische Bauernstruktur am Damenflügel war wirklich mies. Flo glaubte lange, eine Figur weniger zu haben und auf Abbruch zu stehen, bis er doch mal konkret durchzählte. Danach spielte er aber unverständlich passiv und die Bauern des Gegners setzten sich am Damenflügel in Bewegung und standen plötzlich sehr harmonisch da. Auhch alle seine Figuren fanden schöne Felder, was man bestenfalls einem von Flos Türmen nachsagen konnte. In der ersten Zeitnot konnte sich kaum irgendeine seiner Figuren bewegen, aber irgendwie schaffte er es zum ersten Mal mit Schnellspielen seinen Gegner zu irritieren, so dass dieser mit nur einem Mehrbauern aus der Blitzphase kam. Da war zwischendurch viel mehr drin in sachen Materialverlust. Auch danach geriet in einem wirklich schwierigen Endspiel – erst jeweils Springer und Läufer bei Minusbauern, dann schwacher Läufer gegen guten Springer bei immer noch Minusbauern – erneut der Gegner relativ schnell in Zeitnot. Bei dem Versuch doch noch zu gewinnen, benötigte er in der zweiten Blitzphase wahnsinnig viel Zeit, anstatt die tolle Stellung einfach nach Hause zu blitzen. In den letzten Sekunden machte er dann völlig falsche Gewinnversuche, so dass die Stellung beim Fallen des elektronischen Blättchens sogar bereits schachlich für Flo gewonnen war. Und damit stand es doch etwas überraschend 5:3. Auf ein 4,5:3,5 hatten wir ja irgendwie noch gehofft, aber auch nicht so recht dran geglaubt. Also ein glücklicher Ausgang eines wirklich angenehmen Abends bei netten NachbarInnen.

Diesmal haben wir erstaunlich viele Punkte hinten geholt – 3,5:0,5; vorne war es ausgeglichen, wenn man mal von dem kampflosen absieht. Steffen ist aber ganz eindeutig der mit Abstand beste und erfolgreichste Spieler unserer Mannschaft. Er hat mit 3 aus 3 die meisten Siege, den größten DWZ-Zuwachs (+16),  mit 100% die beste Quote, ist bester Binärspieler – Julian folgt mit 2 Siegen und einer Niederlage in dieser Kategorie. Bei den Punkten ist Flo der Verfolger mit 2,5 aus 3, ebenso beim DWZ-Zuwachs mit +13. Immerhin noch 5 Spieler sind ungeschlagen: Steffen, Sönke, Matthias, Flo und ich. Sönke und ich haben dabei immerhin schon 2 Punkte im Wettbewerb um den Remiskönig machen können. Die anderen gewinnen zumeist zu häufig. Schnellster Figureneinsteller Axel, schnellstes Partieende Sönke, schnellster Sieg vermutlich Julian. Aber in manchen Wertungen könnte es doch noch interessant werden (Steffen benötigt ja viel mehr Siege als wir um seine DWZ zu steigern), auch wenn Steffen vermutlich weiterhin seinem Namen als Spitzenspieler gerecht werdend oben seine Kreise ziehen wird und wir ihm mit gewissem Respektabstand zu folgen versuchen.

Der Klassenerhalt nach unten sollte langsam gesichert sein. Der nach oben dürfte selbst bei einem Überraschungssieg gegen Langenhorn in der nächsten Runde noch nicht wirklich in Gefahr kommen.


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