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4:4 bei FC St. Pauli 7 – trotz verwirrten Kapitäns und ersatzgeschwächter Mannschaft

Die Probleme begannen schon weit vor dem Spieltag. Erst ein Haufen Absagen und dann als genügend Ersatz organisiert waren Zusagen von schon Abgemeldeten und dann wieder eien krankheitsbedingte Absage. Dies führte zu doppeltem Kapitänsblackout. In den Aufstellungsmails wollte ich den endlich zum ersten Mal in dieser Saison wieder mitspielenden Julian im 1. Anlauf sowohl an Brett 3 als auch an 6 bzw. in der 2. Mail nach Krankmeldung von Brett 8 sowohl an 4 als auch an 7 einsetzen. Zum Glück hat Flo immer erkannt, dass er an Brett 6 bzw. 7 gemeint war. Obwohl die Idee den erfolgreichsten Spieler der vergangenen Saison mehrfach – am besten achtfach – einzusetzen, auch erfolgsversprechend gewesen war. Martin schlug sogar noch Klonen vor. Als immer mehr spöttische Kommentare über den verwirrten Kapitän eintrudelten, drohte ich der nächsten Spottdrossel das Strafmaß von 20 Jahren verschärftem Galeerendienst oder 5 Jahren Kapitän von Barmbek 2 an. Danach verstummte der Spott und auch weitere krankheitsbedingte Absagen blieben aus. Also erfolgreiche Strafandrohung. Dabei ist das Kapitänsamt in der Mannschaft ein Traumjob und keine Strafe – aber das verrate ich lieber nicht, damit ich nicht doch wieder verspottet werde oder Leute glauben wieder kurzfristig absagen zu dürfen. Ersatzgeschwächt waren wir krasser Außenseiter. Der FC St. Pauli spielte mit der stärksten Aufstellung der bisherigen Saison, wir mit unserer schwächsten; so dass wir im Ergebnis im Schnitt satte 7 DWZ-Punkte weniger hatten, weil gleich beide Spitzenbretter nicht konnten. Außerdem war es ein Auswärtsspiel bei dem Lieblingsfußballverein von einigen von uns. Lediglich einen HSV-Fan hatten wir in der Mannschaft, der prompt am schnellsten den ganzen Punkt einfuhr. Alle anderen taten sich offenbar wegen zu großer FC-Sympathie doch allzu schwer. Trotzdem schafften wir einen wichtigen Mannschaftspunkt zum Klassenerhalt. Nach oben und unten wird uns mit 6:4 Mannschaftspunkten nicht mehr viel passieren. Als Kapitän war ich schon mal besser. Erst der Fauxpas mit dem doppelten Julian. Dann war ich der einzige an den hinteren 4 Brettern, der nicht den ganzen Punkt holte, sondern ihn sogar komplett dem Gegner überließ. Und ich schaffte es schließlich, dass der 2. Julian – sprich Flo – schon zum 5. Mal in der Saison weiß hatte. Als direkt vor ihm Sitzender habe ich jedes Mal, wenn ich mitspiele, schwarz. Welcher andere Kapitän benachteiligt sich selbst permanent so ungeschickt? Und auch Sven musste als Ersatzmann zum 2. Mal mit Schwarz ran. Was ihn aber erneut nicht vom ganzen Punkt abhalten konnte. Vielen Dank nochmal, dass Dich auch der 2. Schwarzeinsatz – der am Vortag noch ein Weißeinsatz ein Brett höher hatte sein sollen – nicht vom Spielen für uns abhalten konnte. Solche Leute haben wir gern neu im Verein. Zu den Partien im Einzelnen: Norbert griff sofort furios an, sein Gegner griff einmal fehl und so wirbelte ihn Norbert in Rekordzeit vom Brett. Es soll Spieler in der 1. Mannschaft geben, die nicht mal so schnell Remis machen oder auch nur anbieten können, wie Norbert gewann – obwohl einige echte Meister des schnellen Remis sind. Der 2. Julian (Flo) brachte uns mit 2:0 in Führung, nachdem er im Mittelspiel irgendwie eine Figur abklemmte und das dann trotz eines etwas bedrohlichen zentralen Freibauern seines Gegners locker nach Hause schaukelte. Aber an den vorderen Brettern sah es nicht so schön aus. Martin büßte genauso wie Axel einen Bauern ein. Bernd erreichte immerhin eine seiner Lieblingsstellungen und bei Julian sah es auch ordentlich aus. Ich gewann zunächst einen Bauern für gewisse gegnerische Initiative und Sven stand ein bisschen besser. Bei der Abwicklung ins Endspiel, das Bernd mit seinen schönen Angriffsfiguren bestimmt eigentlich vermeiden wollte, verlor Bernd einen Bauern und einer der verbleibenden war auch noch ein Doppelbauer. Das sah schon verdächtig aus und führte relativ schnell in die Niederlage, obwohl er vorher eigentlich schönes Spiel bei entgegengesetzten Rochaden zu haben schien. Martin wehrte sich lange, aber musste irgendwann am Spitzenbrett gegen einen sehr starken Gegner die Segel streichen. Ich stellte einen Bauern und auch noch Turm und Springer gegen die Dame ein, versuchte mich lange zu wehren. Aber mehr als meinen Gegner mit Gegenspielversuchen zu nerven, gelang mir nicht. Auch wenn die Partie erst als letzte beendet wurde. Der 1. Julian wollte schon ein Remis annehmen, aber bei Axel glaubte ich eher nicht an den halben Punkt, meine Stellung war verloren und Svens auch noch nicht klar gewonnen, obwohl er inzwischen immerhin eine Mehrbauern besaß. Julian durfte erst Remismachen – seine Partie hatte die Remisbreite zu keinem Zeitpunkt verlassen – als Axel seinen Freibauern auf der a-Linie so drohend in Gang brachte, dass sein Gegner mit Mehrbauern und wohl trotzdem besserer Stellung ins Remis einwilligte.  Meine Niederlage voraussehend sagte ich Sven, dass er gewinnen müsse, woraufhin er bereits 2 Züge und keine 5 Minuten später seinen Gegner dazu brachte, eine Figur in eine Gabel zu stellen. So müssen Mannschaftsspieler sein: Aufträge des Kapitäns spontan umsetzen. Darin war Sven noch schneller als Norbert mit seinem Kurzsieg. Kurz danach gab ich auf; aber immerhin hatten wir trotzdem einen Mannschaftspunkt vom Millerntor entführt. In den Einzelwertungen gibt es eine neue Kategorie: Schnellster Sieg durch Norbert in unter einer Stunde. Flo, der sich langsam mit Weiß so richtig anfreundet, weist nach drei Siegen in Folge den höchsten DWZ-Zuwachs, die höchste Anzahl an Siegen und die meisten Punkte auf. Die höchste Siegquote liegt bei Jörg mit 2 aus 3, der auch den besten Prozentwert mit 2,5 aus 3 bzw. 83,3%. Einziger verbliebener Remisfeind oder Binärspieler ist Bernd. Norbert gefährdete leichtfertig durch seinen schnellen Sieg den Titel des Remiskönigs – zuvor lag er bei 100% in dieser Kategorie. Axel und er weisen 3 von 4 möglichen Remis auf (beide mit 2,5 von 4 Punkten). Ungeschlagen sind noch in aufsteigender Reihenfolge gespielter Partien Julian (1), Bahlu (2), Jörg (3), Axel und Norbert (4).Ich bin zum Glück der einzige, der eine eindeutige Abwärtstendenz aufweist: 1, 0,5, 0,5, 0. Bei allen anderen weist die Kurve eher nach oben. So machen wir in der nächsten Runde weiter. Wir können ja jetzt befreit aufspielen.


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