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3:5 gegen HSK 11 – solide im Mittelfeld angekommen

In den nächsten Runden können wir ohne Angst vor dem Aufstieg ganz befreit aufspielen und versuchen noch möglichst viele Mannschaften zu ärgern. Kurz vor der Begegnung war ich im Internet auf eine äußerst wichtige Statistik gestoßen. Das durchschnittliche Alter der Spieler in Jahren und der Prozentsatz von Remispartien wie auch Prozentzahl der Mannschaftssiege von Barmbek 2 sind laut einer Statistik auf der Homepage des Hamburger Schachverbands genau gleich – nämlich 50(%). Wir müssen also das durchschnittliche Mannschaftsalter auf 100 erhöhen um damit die Saison durchzupunkten. Dies habe ich allerdings zu spät bemerkt, um vor dem Wettkampf gegen HSK 11 die Mannschaft noch entsprechend umzustellen. So schnell waren keine 8 Hundertjährigen aufzutreiben und nachzumelden. Folgerichtig kam es zu einer Niederlage – um auf die 50% bei der Anzahl der Mannschaftssiege bzw. -niederlagen zu kommen, die unserem Altersschnitt entsprechen.

Andere Kriterien bestimmten die Mannschaftsaufstellung. Knallharter interner Wettbewerb führte dazu, dass Bernd nach seiner Niederlage sofort aussetzen musste. Alle anderen in der Mannschaft hatten ja mindestens einen halben Punkt in Wilhelmsburg gemacht. Das Konzept Spieler mit Niederlagen aussetzen zu lassen, können wir so nicht weiter verfolgen, dann haben wir bald keine komplette Mannschaft mehr – nach 3 Niederlagen gegen den HSK. Vordere wie hintere Mannschaftshälfte zeigten sich gleichwertig und verloren jeweils 1,5:2,5, wobei die hintere die stärkere Remisneigung hatte (und dabei immerhin auf 3 aus 4 kam).

Nach anderthalb Stunden sah es eigentlich gut für uns aus (viele Partien remiselig und Jörgs bzw. Flos zunächst besser evtl. Axels auch; keine klar schlechter) In chronologischer Reihenfolge bot Norbert Remis an, machte Bahlu Remis, dann verlor Jens und anschließend bekam Norbert auch einen halben Punkt. Als auch noch Flo überraschend verlor, sah es schon kritisch aus. Axel holte zwar auf, aber Martins Niederlage war schon so etwas wie der Sargnagel. Als Jörg Remis machen musste, stellte ich auch die hilflosen Gewinnversuche in einem nicht zu gewinnenden Turmendspiel ein.

Die Partien im Einzelnen in Brettreihenfolge: Jens stand erst gut und zu keinem Zeitpunkt schlechter; lange nahm ich als einzigen Unterschied nur einen Doppelbauern seines Gegners wahr. Erst ein Fehler im Übergang zum Endspiel änderte die ausgeglichene Stellung hin zu schlechterer Bauernstruktur und nicht so guter Figurenstellung. Jens setzte sich zur Wehr aber verlor schließlich doch. Jörg stand früh deutlich besser mit Mehrbauern und besserer Figurenstellung. Kurz vor der Zeitkontrolle patzte er leicht und danach wurde der Vorteil schwer verwertbar – vor allem, weil ihm die Zeit weglief. Schließlich musste er in das Remis einwilligen, um nicht noch über die Zeit gehebelt zu werden. Martin hielt sich lange im Endspiel trotz eines Isolanis, den er m.E. im Übergang zu Endspiel hätte tauschen können, verlor aber dennoch. Nach Gewinn sah es an dem Brett mindestens seit dem frühen Mittelspiel nie aus. Axels Stellung sah zunächst zu langweilig für seine Fähigkeiten aus. Als sein König nach f3 wanderte, schöpfte ich Hoffnung und bald hatte er in Folge von Verwicklungen, die ich nicht verfolgt habe, eine Figur mehr. Diese konnte er auch zu einem relativ schnellen Matt nutzen. Bahlus Stellung sah ein bisschen gedrückt ohne rechtes Gegenspiel aus – obwohl es ein Stellungstyp war, den er sehr genau kennt und bei dem er seine Ressourcen bestimmt besser einschätzen kann als ich. Konsequent strebte er den Ausgleich an und nahm das Remis sicher mit. Norbert schaffte es, sehr schnell fast alles Material vom Brett zu bekommen und keinerlei Schwächen in seiner oder der gegnerischen Stellung zuzulassen, so dass ich beim besten Willen keine Einwände gegen den Remisschluss erheben konnte. Eventuell stand Norbert sogar ein wenig schlechter bei Partieschluss. Ich selbst hatte riesigen Zeitvorteil und eine gute Stellung nach Bauernopfer, machte daraus aber zu wenig und stand selbst nach der Bauernrückeroberung kurz vor der Zeitkontrolle immer noch nicht besser. Nach weiteren beidseitigen Fehlern musste ich beim Stand von 2,5:4,5 einsehen, dass die Stellung nicht mehr zu gewinnen war. Flos Stellung sah zunächst sehr ordentlich aus. Dann ließ er einen d-Bauern des Gegners in Schwung kommen, dem sich bald alle Damenflügelbauern anschlossen. Flo fand keinen Konter und verlor; die letzte Stunde oder sein letztes Stündchen war wirklich sehr unschön anzusehen.

In den Einzelwertungen lassen sich langsam wieder vertraute Konturen erahnen: Norbert ist mit souverän vorgetragenen 2 aus 2 auf dem besten Weg zum Remiskönig. Mit Bernd und Martin gibt es nur noch 2 Kandidaten für den besten Binärspieler (mit jeweils einer Niederlage aus einer Partie). Die beiden haben die Kategorie offenbar nicht verstanden; Siege dürfen in dieser Kategorie auch eingebracht werden. Das kommt aber bestimmt noch in den nächsten Runden. Jörg und ich fielen aus dieser Wertung wegen fehlender Härte beim Verwerten guter Stellung gegen den HSK. Am meisten Punkte haben bisher Jörg, Axel und ich mit 1,5 aus 2. Axel weist auch den höchsten DWZ-Zuwachs (+20) auf. Relevante Beiträge zur Kategorie „frühester Einsteller“ und noch gefürchteter „frühester Figureneinsteller“ sind nicht zu verzeichnen – das darf auch gern die ganze Saison so bleiben. Die Eröffnungen der gambitfreudigen Barmbeker werden hier als bewusste Opfer interpretiert und erfolgen daher außer Konkurrenz.


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